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Hunter F.Mk.58, J-4086 (HB-RVU) – Einsitzer

Gebaut im Jahre 1959 in Kingston (England) im Rahmen der Lieferung von 100 Huntern F.Mk.58 für die Schweizer Luftwaffe. Der Erstflug erfolgte mit Duncan Simpson am Steuer am 11. August 1959 in Dunsfold (England). Am 4. September 1959 traf J-4064 in Dübendorf ein und trat seinen Dienst in der Schweizer Luftwaffe an. J-4064 wurde für den Einsatz von „Maverick“ Luft-Boden-Raketen ausgerüstet. Am 16. Dezember 1994 wurde J-4086 mit total 2683 Flugstunden, zusammen mit der gesamten schweizerischen Hunterflotte, ausser Dienst gestellt.

Das Flugzeug war ursprünglich einem italienischen Sammler zugesprochen worden. Nachdem die Übergabe aber nicht stattfand, blieb das Flugzeug über lange Zeit auf dem Militärflugplatz Emmen eingelagert. In der Folge wurde J-4086 an Moritz Suter, Crossair AG, Basel abgegeben und nach Basel-Mulhouse überflogen. Dort nahm sich eine Gruppe von sehr motivierten Fachleuten, namentlich Dominik Wäckerlin und Peter Bauhart, mit Unterstützung von Ernst Flessati (Fliegermuseum Altenrhein) seiner an und begann den Umbau zum zivilen Flugzeug. Trotz massiver Rückschläge (u.a. Sabotage am Triebwerk) bekam J-4086 im November 1999 die zivile Registrierung HB-RVU. Mit den sich abzeichnenden finanziellen Schwierigkeiten der Crossair AG wurde das Budget für den Hunter 2001 gestrichen.

J-4086 wurde dann von Stefan Weber übernommen und nach der Teilnahme am Royal International Air Tattoo (RIAT) in Cottesmore (England) am 30. Juli 2001 nach St. Stephan überflogen. Inzwischen in den Besitz der „Hunter Flying Group“ übergegangen, wurde J-4086 in St. Stephan bis auf Weiteres aus dem Betrieb genommen und eingelagert.

Im Frühjahr 2004 gelangte J-4086 in den Besitz der Firma Air Vampire SA in Sion. Ernst Flessati und Markus Koller unterzogen das Flugzeug in St. Stephan einer eingehenden Kontrolle, bevor am 22. April der Überflug mit Stefan Weber am Steuer nach Altenrhein erfolgte. In Altenrhein wurde an J-4086 eine Jahreskontrolle durchgeführt, dabei ein Leck im vorderen Treibstofftank behoben und die Triebwerk-Öldruckanzeige repariert. Zudem wurde das Zielgerät entfernt und an dessen Stelle ein modernes GPS-Navigationsgerät eingebaut. Am 22. Dezember 2004 konnten die ersten Bodentests durchgeführt werden.

Der Kontrollflug sowie der Überflug nach Sion fand im Januar 2005 statt. Dort bleibt das Flugzeug stationiert und wird in flugbereitem Zustand erhalten, um bei Bedarf an Flugveranstaltungen vorgeführt werden zu können.

 

1956 Bau des Hunters durch Hawker Siddeley Aircraft Corporation Ltd. in Kingston-upon-Thames (England) im Rahmen der Lieferung von 100 Huntern F.Mk.58 für die Schweizer Luftwaffe.
Rumpfmittelteil Nr. 41H-697453.
24. November 1959 Erstflug mit Bill Bedford ab Dunsfold (England).
7. Januar 1960 Ablieferung an die Schweizer Luftwaffe als J-4086.
Aufrüstung für "Maverick" Luft-Boden-Raketen.
16. Dezember 1994 J-4086 wird, zusammen mit der gesamten Hunterflotte der Schweizer Lufwaffe, in Emmen ausser Dienst gestellt.
Flugstunden: 2683:51, Landungen: 1643
1996 Der Hunter wird Moritz Suter, Crossair AG, Basel zugesprochen.
28. März 1996 Überflug von Emmen nach Basel.
1996-1999 Umfangreiches Wartungsprogramm inklusive Triebwerkwechsel durch Peter Bauhart, Crossair AG in Basel.
15. November 1999 Erster Flug mit „Permit to fly“ von Basel nach Altenrhein.
16.6.2000 Letzte Wartung abgeschlossen, neue Registrierung HB-RVU.
2001 Der Hunter wird von der Crossair aufgegeben und zuerst von Stefan Weber, dann von der "Hunter Flying Group“ übernommen und in St. Stephan eingelagert.
2004 Wartungsarbeiten in Altenrhein für erneute Inbetriebnahme.
2006 Der Hunter wird von der Firma Vampire SA übernommen und in Sion stationiert.
2006 Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Patrouille Suisse wird das Flugzeug in den Originalfarben der Kunstflugstaffel lackiert und fliegt an der Air Show Mollis.
2011 Einbau der Patrouille Suisse Rauchanlage