j-4206

Hunter T.Mk.68, J-4206 (HB-RVV) – Doppelsitzer

Gebaut im Jahre 1956 in Blackpool (England) als F.Mk.50 (Einsitzerversion) auf der Basis des F.Mk.4 im Rahmen der Lieferung von 120 Huntern für die schwedische Luftwaffe, Seriennummer 34072. Nach dem Erstflug in England am 5. Dezember 1956 erfolgte die Lieferung nach Schweden. Das Flugzeug blieb im Einsatz bei der schwedischen Luftwaffe bis in die späten Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts. 1970 kaufte Hawker Siddeley Aircraft Corporation Ltd. (HSA) von Kunden Hunter in der Absicht zurück, diese als Doppelsitzerversion T.Mk.68 für die Schweizer Luftwaffe umzubauen. Die Wahl fiel dabei auf vier schwedische F.Mk.50, darunter auch 34072.

Die hauptsächlichen äusseren Unterschiede der neuen Version T.Mk.68 gegenüber den bis dahin geläufigen Doppelsitzerversionen T.Mk.7 waren aufgrund des stärkeren Avon 207-Triebwerkes das vergrösserte Strahlrohr, eine zweite Aden-Kanone auf der vorderen Rumpfunterseite und grössere 150-Gallonen-Zusatztanks unter den Flügeln. Für seine Hauptaufgabe als Ausbildungs- und Trainingsflugzeug konnte diese Version auch mit einem speziell entwickelten Pod unter dem Flügel für ECM (Electronic countermeasures) eingesetzt zu werden. Zur Überwachung der Ermüdung der Flugzeugstruktur wurde J-4206 mit einem „Fatigue meter“ ausgerüstet. Am 3. Juni 1975 begann 34072 als J-4206 seinen Dienst in der Schweizer Luftwaffe.

Nach nur 1523 Flugstunden wurde J-4206 am 16. Dezember 1994 ausser Dienst gestellt. Das Flugzeug blieb zusammen mit vier weiteren Exemplaren (J-4032, J-4082, J-4201, J-4203) im Besitze der Schweizer Luftwaffe und wurde am 14. Juni 1995 von Payerne nach Buochs überflogen. Zwei Jahre später, am 2. April 1997, wurde J-4206 zusammen mit den anderen vier Huntern nach Raron überflogen und dort im Flugzeugstollen eingelagert.

Im Herbst 2001 wurde J-4206 der „Hunter Flying Group“ in Altenrhein zugesprochen.

In einer beispiellosen Aktion wurde das Flugzeug hierzu in Raron wieder flugbereit gemacht, auf die (verkürzte!) Piste geschleppt und gleichentags bereits unter der zivilen Registrierung, HB-RVV, nach Altenrhein überflogen.

Bis Mitte 2004 wurde HB-RVV einem umfangreichen Wartungsprogramm unterzogen und erhielt daraufhin die definitive zivile Zulassung. In Ablösung mit dem zweiten Doppelsitzer HB-RVP bestreitet HB-RVV jetzt bereits seine zweite Flugsaison ohne bemerkenswerte technische Mängel. Auch für dieses Flugzeug ist der Einbau eines Elektrostarters vorgesehen.

1956 Bau des Hunters durch Hawker Siddeley Aircraft Corporation Ltd. (HSA) in Blackpool (England) als F.Mk.50 (Einsitzerversion) auf der Basis des F.Mk.4.
Rumpfvorderteil Nr. HABL003207
Rumpfmittelteil Nr. 41H-680360
5. Dezember 1956 Erstflug in Squires Gate (England).
2. Februar 1957 Ablieferung an die schwedische Luftwaffe Das Flugzeug bleibt unter der Seriennummer 34072 bis in die späten Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts im Einsatz bei der schwedischen Luftwaffe.
1970 HSA kauft Hunter zurück in der Absicht, diese als Doppelsitzerversion T.Mk.68 für die Schweizer Luftwaffe umzubauen. Die Wahl fällt dabei auf vier schwedische F.Mk.50, darunter auch 34072. Umbau auf Doppelsitzerversion T.Mk.68 durch Hawker Siddeley Aircraft Corporation Ltd.
3. Juni 1975 Anlieferung der Komponenten zur Montage in Emmen. Für die Aufzeichnung der Flugbelastung wird in dieses Flugzeug ein Beschleunigungs-Aufzeichnungsgerät eingebaut.
28. April 1976 Ablieferung an die Schweizer Luftwaffe als J-4206.
14. Juni 1994 Die gesamte Hunterflotte der Schweizer Luftwaffe wird ausser Dienst gestellt. J-4206 steht auf dem Militärflugplatz Payerne mit 1522:09 Flugstunden und 2162 Landungen.
14. Juni 1995 Der Hunter wird von der Luftwaffe von Payerne nach Buochs verlegt.
2. April 1997 Es erfolgt ein weiterer Überflug von Buochs nach Raron. Dort wird J-4206 zusammen mit drei weiteren Huntern im militärischen Flugzeugstollen eingelagert.
2001 Der Hunter wird nach langen Verhandlungen dem Fliegermuseum Altenrhein zugesprochen. Nach über vier Jahren Standzeit im Flugzeugstollen wird der Hunter wieder aktiviert. In einer beispiellosen Aktion werden alle Flugzeugsysteme und das Triebwerk auf Korrosion und Funktion überprüft und, wo notwendig, in Stand gesetzt.
23. November 2001 Die neue zivile Registrierung, HB-RVV, ist angebracht, das „Permit to fly“ für den Überflug vom BAZL ausgestellt. Mit einem Kran wird der Hunter vom Flugzeugstollen auf die (verkürzte!) Piste von Raron transportiert; danach über Sion nach Altenrhein überflogen.
15. Mai 2004 Erstflug unter ziviler Registrierung als HB-RVV
Die intensiven Wartungsarbeiten sind abgeschlossen, das Flugzeug ist zivil zugelassen. Der Hunter wird auf einem Kontrollflug auf Herz und Nieren geprüft.
2004 56 Flüge
2005 57 Flüge
2007 84 Flüge
2008 2 Flüge
2009 Tiger Look
Bei einem Bier nach Feierabend der Verantwortlichen Flessati (Fless) und Ruppeiner (Chappe) entsteht die Idee einer aussergewöhnlichen Bemalung des Flugzeugs, um seine Attraktivität bei Vorführungen zu heben. Da für die Maschine eine Grossrevision mit Risskontrolle des Rumpfes und der Spanten fällig ist, muss die Farbe ohnehin entfernt werden. Eine gute Gelegenheit, die "Bieridee" zu realisieren. Eine Diskussion zwischen Fless und Chappe führt dann rasch in die Richtung eines "Tiger-Looks". Dabei sollen die Freunde des Fliegermuseums Altenrhein mit der Bemalung nicht brüskiert, sondern eine traditionelle Originalbemalung aus der 36-jährigen Geschichte der Schweizer Fliegerstaffeln wieder aufgegriffen werden.
Der Entscheid für den früheren "Tiger-Look" der Fliegerstaffel 11 war schnell gefällt. Nach Rücksprache mit der "Corona Tigris" des ehemaligen Überwachungsgeschwaders der Luftwaffe kommt das OK und die Idee wird gleich umgesetzt. Solch aufwändige Arbeiten an einem Flugzeug können aber nicht realisiert werden, wenn nicht auch begeisterte Freunde bei der Durchführung zu Hilfe kommen. Es war dies die Meisterleistung der Firma Egli Painting in Altenrhein, die sich als Flugzeuglackierer spezialisiert hat. Der für uns unbezahlbare Aufwand wird dem Firmenchef David Egli verdientermassen mit einem Passagierflug nach der Neulackierung kompensiert.
13. Mai 2009 Erstflug des Hunters in seinem neuen „Tiger-Look“.
2009 78 Flüge
2010 Der Hunter wird einer Grosskontrolle unterzogen.